Bestattungen Christanell

Entwicklung der Bestattung im Burggrafenamt und im unteren Vinschgau

Bestattungen in der Diözese Bozen Brixen blicken auf eine lange Kultur und Tradition zurück. Bedeutende Zentren der Bestattung war von je her schon Bozen, die Landeshauptstadt von Südtirol. Besondere geschichtliche Bedeutung erlangte auch das Burggrafenamt mit den Zentren Meran und Algund. Aber auch die Gemeinden Partschins, Rabland und Plaus gehören zum Brurggrafenamt. Der Friedhof von Partschins wurde für seine Gestaltung mit einer Landesauszeichnung versehen. Im unteren Vinschgau hingegen sind die Zentren Naturns, Staben, Tschirland, Plaus und das Schnalstal. Zum Schnalstal gehört Katharinaberg, Karthaus und Unser Frau. Darüber hinaus finden wir auch Zeugen bedeutender Bestattungskultur in Tschars, Kastelbell, Latsch und Schlanders. Insbesondere in der Marktgemeinde Naturns findet sich mit der St. Prokuluskirche ein bedeutendes Zeugnis der Südtiroler Bestattungskultur. Vor allem die Fresken im Inneren und an der äußeren Fassade der Prokukus-Kirche lassen uns Einblick in eine alte Kultur bekommen. Die Friedhöfe, vor allem jene im Schnalstal, insbesondere die von Katharinaberg, Karthaus und Unser Frau, zeigen ganz Deutlich den Einfluss der Kirche und der Pfarreien in ihrer Gestaltung; so befinden sich diese auch heute noch im Besitze und in der Verwaltung der Kirchen, die jedoch seit einiger Zeit zur Seelsorgeeinheit von Naturns gehören. Der Hauptfriedhof von Meran, der städtische Friedhof wird von der Stadt selbst geführt, der Friedhof von Untermais sowie jener von Gratsch und St. Peter hingegen unterliegen auch heute noch den Entscheidungen und der Verwaltung der Pfarrei. Auch werden in den Ortschaften Algund, Partschins, Rabland, Naturns, Staben, Tschirland, Tabland, Tschars, Kastelbell, Latsch und Schlanders die Friedhöfe von den jeweiligen Gemeinden betreut. Bezogen auf die lokalen Gegebenheiten und Gebräuche erkennt man auch die Vielzahl der Bestattungsriten, welche von Ortschaft zu Ortschaft variieren. Auch die Gräber und die entsprechenden Grabsteine ergeben von Ort zu Ort ein anderes Bild und sind Zeugen unserer Kultur. So können wir Grabsteine aus Holz, Gräber aus Marmor oder Grabkreuze aus Schmiedeeisen in unterschiedlichen Variationen sehen. Heute gibt es verschiedene spezialisierte Steinmetzbetriebe welche individuell und mit verschiedenen Materialien Grabsteine erstellen. Insbesondere im Vinschgau, in der Ortschaft Laas finden wir eine Hochburg der Bildhauerkunst. Dies ist vor allem dadurch bedingt dass in Laas ein großes Marmorvorkommen vorhanden ist. Abgesehen von den Grabmählern in Südtirol hat der Beerdigungsritus eine nicht weniger starke Bedeutung. Zusätzlich zu den bekannten Bestattungsarten ist seit einigen Jahren die Möglichkeit der Verstreuung der Asche in Südtirol gekommen; um auch dieser Form der Beisetzung gerecht zu werden, war es Aufgabe der Gemeinden geeignete Plätze dafür auszuweisen. Betreffend die Ascheverstreuung in der Gemeinde Naturns wurde eine sehr innovative Umsetzungsform gewählt. Eine weitere Besonderheit der Gemeinde Naturns im Bestattungswesen ist die Ausweisung kleiner Erdgräber für Urnen. Im Unterschied zu den Urnennischen besteht dort die Möglichkeit das kleine Grab auch zu bepflanzen und eine Kerze direkt am Grab entzünden zu können. Einen weiteren Einfluss auf die Bestattungskultur und Bestattungsgeschichte nahmen in Südtirol bzw. in der Provinz Bozen und nehmen auch heute die diversen Bestattungsinstitute und die Bestatter, denn sie sind die Dienstleister der modernen Gesellschaft im Zusammenhang mit dem Tod und Sterben. Sieht man auf die Entwicklung der Bestattungen und Bestattungsdienste, so wird man feststellen, dass die diversen Entwicklungen in der Beschaffenheit der Särge und der Aufbahrungen Ausdruck finden. Wurden früher vorwiegend Särge aus Eiche benutzt so sind es heute Särge aus Fichte, die in Südtirol weitgehend verwendet werden. Auch bezogen auf die Farbwahl ist festzuhalten, dass die Särge von den schweren dunklen Farben zu helleren naturnahen Farben wechselten.

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